Ein wahrer Freund

Gedanken zu meinem alten Freund

Die Heimreise genoss ich bei leichter Bewölkung und einer angenehmen Temperatur von 15 Grad. Mein erster Gang war wie versprochen der Besuch bei Hugo im Pflegeheim Teulada. Auch heute genoss ich seinen charmanten Blick. Er sass in einem Sessel und döste vor sich hin.

Er, der früher nie ein gutes Glas Wein verschmähte hat sich völlig davon losgesagt. Der Kaffee dem ich ihm besorgte, bedeutet ihm nun das grosse Glück. Er genoss jeden Schluck. Seine grosse Zufriedenheit war für mich wie immer ein grosses Erlebnis. Er ist zwar sehr dement, aber definitiv noch ein harmloser Patient, auch für das Pflegepersonal welches ihn wirklich sehr gut mag. Aber wer mag schon Hugo nicht?

Hier sind jedenfalls Fälle zu sehen, welche um einiges schwieriger sind. Da wird gekreischt, auf die Armlehne der Rollstühle geschlagen, nach dem Personal geschrien, oder ganz einfach an der abgeschlossenen Türe gesessen und nach dem Ehemann gerufen.

Wie einfach ist da Hugo. Er sitzt in seinem Stuhl und wartet glücklich auf den Tag, an dem er seine Augen für immer schliessen kann. Auch so können religiöse Menschen wirken. Ich werde ihn schon bald wieder besuchen. Zu oft verlasse ich ihn, und bin selbst einiges glücklicher, als bei meiner Ankunft.

Dafür bin ich dir auf ewig dankbar mein alter Freund.

Von Reispflanzern und Viehtreibern

Beeindruckend, der spanische Umgang mit den Toten.

Man kommt nicht umhin. Diesen großartigen Cementerio (Friedhof) muss man einfach besichtigen. Die heutige Tour nimmt ihren Anfang auf dem Parkplatz des Friedhofs von Benissa. Hier findest du auf dem ganzen riesigen Gelände kaum ein Stäubchen. Sauberkeit wohin du schaust. Mit den Toten hat man in Spanien ein sehr großzügiges Verhalten. Sie werden in Gruften eingemauert und mit wertvollem hochglänzendem Granit-platten verschlossen. Daneben gibt es natürlich auch die gross artigen Familiengräber. Für seine liebsten verstorbenen Angehörigen scheinen Kosten gar keine Rolle zu spielen. Niemand getraut sich, seine Lieben unter Status zu verabschieden. Man muss es gesehen haben.

Ich beginne die Wanderung, die vorerst parallel zur Autobahn verläuft. Hier gibt es ein paar einsame Siedlungen. Alles macht einen recht ge-pflegten Eindruck. Hier wurden massive Erdbewegungen gemacht, als man die AP 7 baute. Zweimal unterquere ich die Autobahn. Man sieht hier noch deutlich, mit welch grosser Kelle angerichtet wurde.

Die doppel spurigen Röhren lassen nur einen Gedanken zu: Man dachte sogar in dieser abgelegenen Gegend daran, diese Einöde zu bebauen. Anders kann man die gross zügigen Bauten nicht erklären. Man hatte halt noch Visionen, vor allem so lange Brüssel das Ganze noch zahlte.

Ab und zu sehe ich Nester des Prozessions-Falters. Sie sehen im jetzigen Stadium so harmlos aus. In Ihnen wachsen allerdings bis zu 250 Raupen heran. Sie können einem Wirtsbaum arge Probleme bereiten, da die Kiefer eine Lieblingsnahrung der heranwachsenden Raupen sind. Haben sie sich vollgefressen und die nötige Grösse erreicht, machen sich die bis zu 5 cm langen behaarten Viecher in einer richtigen Prozession aus dem Staub um sich erneut zu verpuppen. Eine solche Kolonne kann bis zu mehreren Metern lang sein. Daher kommt auch der Name. Berühren sollte Mensch und Tier diese Raupen nicht. Es kann zu grossen dermatologischen Pro-blemen führen. Dann kann in der Regel nur noch der Arzt helfen.

http://de.Wikipedia.org/wiki/Prozessionsspinner

Kurze Zeit später führt der Wanderweg rechts weg. Zu Beginn durfte mein Herz frohlocken. Der Weg vorerst perfekt in Serpentinen angelegt. Und dann das. Ohne Uebergang führte eine sehr steile betonierte Piste den Hang hinauf. Das Ganze war sehr mühsam, wenn auch nicht lange. Oben auf der Höhe sieht man einen Wassertank. Dann ist das schlimmste überstanden.

Der Weg wird nun sehr angenehm und ist schattig. So richtig zum schlendern. In der Ferne sieht man schon eine riesige Finca-Ruine aus dem 19. Jahrhundert. Hier ist auch die erste grosse Weggabelung. Mit ein paar Schritten ist man unten am alten Brunnen. Das Wasser war für die Bauern, die ihr Vieh nach Denia zu treiben hatten über lebenswichtig, auch für die Tiere. Das ganze stammt noch aus der Mauren zeit. Für das Vieh hatte man richtige Tränken gemauert. Ich betrachte noch den 800 jährigen Mastixbaum, bevor ich wieder zum Wegkreuz zurück gehe.

Hier gibt es verschiedene Varianten. Ein Weg führt hinunter nach Gata de Gorgos, der zweite auf dem gleichen Weg zurück, was ich mit meinen schon jetzt schmerzenden Füssen auch am besten gemacht hätte. Ich hatte traumhafte Bergschuhe an, aber völlig ungeeignete Socken. Leider war mir das trotzdem zu banal. Der Weg führte nun hinauf auf den Alt dels Serillars. Am Anfang ein traumhafter Weg zum schlendern. Und dann ist es passiert. Verträumt wie ich war, legte ich meine Arme in die Trage schlingen am Rucksack. Ich betrachtete die blühenden Mandelbäume in dieser Höhe, und stolperte auch prompt über eine Wurzel, Wie so etwas ausgeht mit gefesselten Händen, mag sich der Leser selbst auszudenken. Das einzig Sinnvolle, dass ich noch tun konnte, war mich noch leicht ab zu drehen. Trotzdem, meine vorgehängte Kamera schlug voll in meinen Bauch. Die Luft war weg. Ich in einer völlig einsamen Gegend. Ich versuchte mich zu entspannen und wieder zu atmen. Alles an mir schien zu schmerzen. Ich blieb erst einmal auf dem Weg liegen. Die Wahrschein- lichkeit, dass hier in den nächsten Tagen jemand vorbei kommen würde, sehr gering.

Ich konnte es drehen wie ich wollte. Was ich nun auch unternehmen würde es blieben in jedem Fall noch 3 Stunden zu gehen. Mein Handy hat sich empfangsmässig verabschiedet. Also Augen zu und durch.Erst führt der Weg in angenehmer Steigung bergan. Dann kommst du zu einer markanten Weggabelung. Von nun an geht es zügig bergauf. Hier hätte ich vermutlich noch eine goldrichtige Entscheidung fällen können. Ein Weg führte nämlich halbrechts weg. In der Ferne sah man Häuser. Aber wollte ich wirklich ein Weichei sein? Heute wäre ich das wirklich besser gewesen. Allerdings waren solch „Abkürzungen“ auch schon fatal gewesen.

Ich schleppte mich buchstäblich hinauf. Auf dem Vermessungspunkt des Landes Valencia konnte ich erst ruhen und den gewaltigen Ausblick geniessen. Zum ersten Mal sah ich heute sogar die Insel Ibiza. Auch das Türmchen von Portet war gut zu erkennen. Grins. Ich kann es nicht lassen in alten Erinnerungen zu schwelgen.

Erst ging es noch auf schottrigem Pfad abwärts. Das ganze kostete massiv Kraft. Die Knie schmerzten, die Füsse brannten. Vor den Augen zwei alte Fincas. Hinter der Zweiten soll es harmloser werden. Noch 3,9 Kilometer meint das Hinweisschild. Allerdings, der nun beginnende Weg vielfach betoniert. Aber nun gab es bald einmal bewohnte Häuser für den Notfall. Dies gab mir eine gewisse Sicherheit und beruhigte mich auch. Noch eine Stunde auf die Zähne beissen, dann wird auch dieses Abenteuer überstanden sein.

Nun noch zum Resümee dieses Tages. Solch Touren macht man nur, wenn man auch fit ist. Wichtiger scheint mir allerdings, dass man sie nicht alleine macht. Treffen diese zwei Bedingungen allerdings zu, lässt sich die Tour nur empfehlen. Das ein alter Hase aber noch mit lotterigen Socken in die guten Schuhe schlüpft, lässt sich nur mit Dummheit entschuldigen.

 

Die Hochebene Les Planisse (Jalon)

Über die Hochebene Les Planisses (Jalón)

Publiziert am 2. Dezember 2012 von Kudi

Sonntag 2. Dezember 2012

Während gestern noch massive Regenfälle über das Jalóntal niedergingen, war heute Morgen strahlender Sonnenschein. Langsam scheinen die Bauern genug Niederschläge für den Winter erhalten zu haben. Ein solches Wetter muss natürlich benutzt werden. Zwingend gehört ein Thema an den Anfang des Berichtes. Der Wanderweg benötigte eine dringende Wartung. Der wirklich einmalig schön angelegte Weg ist teilweise massiv verwachsen. Aber wer soll dies finanzieren. Es bleibt zu hoffen, dass sich gute Geister zusammen schliessen und hier anpacken. Ohne lange Hosen ist das Ganze nur mit zerschunde nen Beinen zu machen. Die hatte ich in dieser Jahreszeit allerdings dabei. Auch würde ich mindestens für den Abstieg zwingend Trekking schuhe empfehlen. Mit Turnschuhen kann das ganze sonst ziemlich in die Knie fahren.

Die Wanderung würde ich aber zwingend als „Muss gemacht werden“ einstufen. Was in der Abgeschiedenheit hier alles erlebt werden kann, ist schon gross artig. Der Weg ist kräfte schonend angelegt. Auch im Hochsommer musste der Aufstieg schließlich bewerkstelligt werden. Davon zeugen die vielen Bauruinen einer früheren Epoche. Unglaublich, was die Menschen früher als Vorleistungen betrieben um dem Boden einen Ertrag abzugewinnen. Wenn man die ganzen Steinmauern betrachtet, welche den ganze Hang terrassiert haben kann man heute nur noch erahnen, wie viel Mühe das Ganze gemacht hat. Die Fantasie geht unweigerlich auf Reisen. Was wurde hier wohl angebaut?

Man denkt an die brach liegenden Kulturen in der Ebene. Bei solchen Vergleichen muss man den früheren Generationen eine grosse Hochachtung zollen. Allerdings gab es damals auch noch keinen Tourismus. Aus Häuser, Wege und Strassen wurden vermutlich nur für den Eigengebrauch gebaut. Auch Tiere für die Selbstversorgung sind gehalten worden. Dem Gelände angepasst, dürften dies allerdings nur Ziegen oder Schafe gewesen sein. Für den Transport kann man sich eigentlich nur Maultiere und Esel vorstellen. Da es mit Sicherheit noch keine Sozialsysteme gab, musste man zum Überleben erst einmal Nahrungsmittel produzieren. Daneben bestand ein kleiner Handel mit den angebauten Oliven und Mandeln. Dazwischen sieht man immer wieder Carruba Bäume und Sträucher. Diese wertvollen Kulturen wurden von den Muslimen auf die iberische Halbinsel gebracht. Sie diente Menschen und Tieren als Nahrungs- und Genussmittel. Diese Pflanze benötigte allerdings einen eigenen Artikel, weshalb ich an dieser Stelle auf einen umfangreichen Wikipedia Artikel hinweisen möchte:http://de.wikipedia.org/wiki/Johannisbrotbaum Kurz vor dem höchsten Punkt der Tour, bietet sich die Möglichkeit den felsigen Gipfel, den 6oo  Meter hohen Peñón Alt d’Ample zu besteigen. Hier kann ich Ihnen nur die Angaben von Ingrid Lechner weitergeben. Man braucht für die kleine Kletterpartie 30 Minuten.

Ich habe aus welchen Gründen auch immer schon für den Aufstieg eine halbe Stunde länger gebraucht.Gemütlich geht es nun über die Hochebene, vorbei an verfallenen Bauernhäusern. Auch hier hat die Natur die Brandspuren von vor ein paar Jahren reichlich kompensiert.

An diesem Brunnen müssen Sie vorbei kommen. Er führt auch jetzt noch Wasser. Es ist besser man hält immer wieder nach den Ruinen Ausschau. Teilweise stehen die Büsche mehr als mannshoch. Es ist wirklich alles stark verwachsen. Wobei man eigentlich den Weg nie aus den Augen verliert.

Hier war auf der Hochebene alles noch offen und gut passierbar. Schon nach 10 Minuten ab dem Brunnen trifft man auf den Wanderweg, welcher von Jalón hinauf zur Bernia führt.

Er sollte angeblich weiss/gelb markiert sein. Hier geht es rechts, und es ist auch übersicht-lich. Gesehen habe ich bis zur grossen Kreuzung mitten in den Olvenplantagen allerdings nur 2 Markierungen. Es ist das erste Mal, dass ich auf einem spanischen Wanderweg so viele verschiedene Markierungen gesehen habe. Rote und weisse Pfeile, blaue Punkte (oft),am Schluss dann doch noch die weiss/gelben Zeichen. Dazwischen standen noch etliche verrostete Hinweisschilder. Den erlebten Zustand möchte ich nicht kritisieren. Verschweigen hilft aber auch niemandem.

Nach 45 Minuten Abstieg durchquert man eine aktiv bewirtschaftete Olivenplantage. Der Weg wird nun befahrbar. Wir halten uns rechts und erreich nach 15 Minuten die CV 749.

Wir benutzen diese Strasse während 500 Metern. Kurz vor einer scharfen Linkskurve führt eine betonierte Strasse rechts in den Wald. Wir passieren 2 Wohnhäuser indem wir sie links liegen lassen. Durch Terrassen und bebaute Kulturen nähern wir uns dem Ausgangspunkt. Aber Achtung !!!  Wenn wir das Wäldchen verlassen, müssen wir uns noch durch eine frisch angelegte Anlage bemühen, (kurzer Anstieg) wir sind nämlich noch nicht im Camino Barranco und weiter unten gibt es keine Querwege. Dieser Umstand hat mir eine gute halbe Stunde Mehraufwand gekostet.

Auf dem CRV 181

Rundwanderung auf dem CRV 181

Publiziert am 1. November 2012 von Kudi

Dieser Teil des CVR 181 ist nur ein Teil des 24 km langen Wanderweges. Mit dem Auto fahre ich zuerst auf der CV 750 bis Alcalali. Dort nehme ich die CV 720 via Parcent und Benigembla.

Beschreibung: Wanderschuhe sind kein Luxus, auch wenn die Wege meistens prblemlos sind. Man ist halt trotzdem in einer steinigen Gegend  – Dauer ohne staunen und gaffen 3 Std. Höhenmeter, was ich eigentlich bezweifle 180 m.

Vorerst nehme ich den CV 750 bis Alcalali. Dort wechsle ich auf die CV 720. Nach der  Durchfahrt von Benigembla geht es auf dem neu ausgebauten Teilstück Richtung Castell de Castells. Die Kilometersteine erleichtern die Orientierung. Nach dem 30 km Stein überquert eine Brücke den Jalón.

Jetzt heisst es aufpassen. Unmittelbar nach der Brücke zweigt ein Fahrweg rechts ab, um auf eine etwas originellere Art das Flussbett zu durchqueren. Zuerst nur leicht, später dann auch etwas steiler werdend führt ein meistens holpriges Strässchen bergauf. Nach etwa 3 km kommen wir zum Ausgangspunkt der heutigen Wanderung. Besser ist allerdings frühzeitiger zu parken. Die Strasse erreicht ein paar Häuser, macht eine scharfe Rechtskurve.

Unmittelbar nach her zeigt heute ein guter neuer Wegweiser „Font de la Mata“. Dieser Weg führt scharf links weg von der Fahrstraße. Nach einem kurzen sanften Anstieg stehe ich an der Quelle. Seit meinem letzten Besuch hat sich hier einiges verändert. Die Menschen welche weiter unten noch wild gebaut haben, versuchen ihre Häuser mit Wasser zu versorgen. Auch ein Stromkabel begleitet den Wanderweg auf der rechten Seite.

Es muss hier noch einmal gesagt werden. Der Weg ist neu und gut ausgeschildert. Dies hat mich später beim Abstieg nicht daran gehindert eine Abzweigung zu verpassen. Ich komme noch darauf zurück.

Traumhaft ist diese Wanderung sicher zur Zeit der Mandelblüte. Aber auch heute am 1. November gab es einiges zu sehen. Schon früh erblickt man einen grösseren Bauernhof, nur wenig unterhalb der Krete. Ob ich hier die offizielle Route begangen bin ist nicht gesichert. Jedenfalls den kurzen steilen Weg zum Hof nehmen ist immer gut. Auf diese Weise sieht man auch einen bescheidenen Unterstand. Der Weg führt sanft bergan. Dies gilt eigentlich bis zum Schluss des Aufstieges, wo wir einer kleinen Siedlung ausweichen müssen. Jetzt gilt es die Augen offen zu halten. Es geht buchstäblich durch die Büsche.

Wenig später steht man unten auf der Passhöhe. Collado de la Garga. Das Bergrestaurant hat vom Donnerstag bis Sonntag geöffnet. Die Küche scheint nicht schlecht zu sein, denn es zieht zur Mittagszeit viele Gäste hier hinauf. Auch „Gümmeler“ (Radfahrer) scheinen die Bergstraße gerne zu befahren. Aber auch für weniger geübte führt ab hier ein Teil des CVG 181 auf lockere Art hinauf auf das Caball Verd. Dieser geschichtsträchtige Ort, war der letzte Zufluchtsort der Morisken. Mehr dazu beschreibt die bekannte Reiseautorin Ingrid Lechner auf ihrer sehr empfehlenswerten Homepage www.wandern-spanien.eu.

Ab dem Restaurant geht man nur kanappe 100 Meter nach links. Hier ist auch der höchste Punkt der Passstraße. Nun zweigt er rechts durch einen „Baumtunnel“ von der Strasse ab. Für 10 Minuten nehmen wir den Weg der auch auf das Caball Verd führt. Schon bald kommen wir an einen neuen Wegweiser. Für uns geht es jetzt wieder abwärts. Schon bald erreichen wir eine Verzweigung. Mindestens für mich war hier nicht alles klar. Man hat nämlich ganz einfach vergessen ein altes Wegzeichen, welches noch bergab führt zu entfernen. Also bitte rechts gehen, leicht ansteigend.

Bald führt die Strasse wieder abwärts. Und dann wird es kritisch. Fasziniert von alten verfallenen Häusern folge ich zu lange diesem Weg. Falls sie diese nämlich erreichen haben sie die Abzweigung nach rechts schon verpasst.

Was dann aber folgt ist erste Sahne in Sachen spanischer Wanderweg Baukunst. Schöner und an heissen Tagen auch angenehmer kann man einen Weg nicht anlegen. Hätte mich mein bergmännischer Instinkt nicht aufgehalten, es hätte leicht auch eine 6-stündige Wanderung geben können. Querverbindungen gibt es weiter unten nämlich keine mehr.

 

Veröffentlicht unter Spanien (Costa Blanca) | Verschlagwortet mit Collado de la GargaFont de la MataIngrid Lechner| Hinterlasse einen Kommentar

Einfach durch den Berg gekrochen

Bernia

Einfach mal durch den Berg gekrochen
Wieder einmal musste das Bernia Massiv näher untersucht werden. In zügiger Fahrtgeht’s hinauf zur Casa Bernia, wo wir hinter dem Restaurant parkieren. Zur richtigen Zeit ist die Speisekarte dieses Restaurants wirklich zu empfehlen. So richtig und typisch spanisch kann man sich hier verwöhnen lassen.
Wir halten uns am Fuße der Bernia erst einmal links. Der Weg ist gut markiert und führtvorerst sanft bergan. Schon nach kurzer Zeit treffen wir auf die Font de Bernia. Sie werdenes wohl nie erleben, dass diese Quelle einmal trocken ist.
 
Vorbei an der grossenQuellanlage geht es nun etwas ruppiger bergauf. Es lohnt sich die üppige Vegetation zubestaunen. Der Penyal d’Ifac das Wahrzeichen von Calpe ist von hier sehr schön zusehen.
Nun geht es immer steiler aufwärts. Zwischendurch werden die Hände zu Hilfe genommen. Und dann taucht es auf der nördliche Einstieg durch den Tunnel (Forat de Bernia)
Hier ermöglicht der Tunnel durch die kalkige Sierra Bernia eine große Abkürzung zumachen. Dies ist allerdings nur möglich ohne Platzangst und der Bereitschaft in der Mittezu kriechen. Heute muss ich sagen, dass ich alleine nicht den Mut aufgebracht hätte. Grins. Aber von der Freundin blamiert man sich nicht gerne.
 
Die Aussicht auf der anderen Seite entschädigt dann reichlich für die Heldentat. Von derFestung Guadelest mit dem Stausee über die riesige mit Plastik gedeckten Plantagen von Callosa de Ensarriá, den weltweit größten
Anbauort von Mispeln zieht der Blick über Altea bis zu den Hochhäusern von Bernidorm.
 
Hier lässt sich gut beobachten wie die aufsteigenden Winde der Marina Bajà und der Dunst des Meeres hier für eine üppige Vegetation ausreicht. Dies alles fast ohneNiederschlag. Die Sierra Bernia wird nicht umsonst als die größte Wetterscheide im Bundesland Valencia angesehen.
Nun führt der Weg vorerst leicht der Krete entlang abwärts. Durch einen Einschnitt geht es halbrechts wieder rauf. Und schon bald stehen vor der mächtigen Festung dem Fort deBernia. Die Anlage wurde von Philipp dem II. 1562 erbaut. Man wollte die Mauren sobesser überwachen. Das ist der grossen Fernsicht wegen zwar sehr gut möglich. Die Zeit bis zum
Eingriff an der Küste definitiv zu mühsam. Dies war auch der Grund weshalb man dieAnlage schnell einmal sich selbst überlassen hat ……
Man sieht an diesem Beispiel, dasses schon im Mittelalter happige Fehlinvestionen gegeben hat.
 
Von hier ist es noch Katzensprung bis zu Ueberquerung Der Krete.
Wer die nötige Zeit hat besteigt noch den höchsten Punkt der Bernia. Dies geht allerdingsnur mit Kraxeln. Dafür sind auch zusätzlich eine Stunde einzurechnen.
 
Für die Anderen geht es regelmäßig gut markiert und konstant wieder abwärts zum Ausgangspunkt. Ohne Besteigung des Gipfels sind ca. 3,5 Stunden zu rechnen.
 
 

Castell de Castells

Eine Fiesta und wir sind mitten drin

Wirklich zufällig sind wir mitten in eine spanische Fiesta geraten. Beim erste Besuch in Castell de Castells gerieten wir in die jährlich stattfindende Fiesta der örtlichen Musikgesellschaft. Das ganze Dorf auf den Beinen. Alle wollten dabei sein, jeder nach seinen Möglichkeiten. Wen die Füsse nicht mehr mitmachten, setzt man sich auf einen Stuhl in den Schatten, und lässt die übrigen Teilnehmer bequem an sich vorbei schlendern. Hauptsache man sieht sie alle wieder einmal. Ich glaube, dass man eine solche Integration nur in Spanien erleben kann. Man bleibt dabei bis ins hohe Alter.

Von diesem Fest waren wir so angetan, dass wir beschlossen ein anderes Mal wieder zu kommen. Wir nahmen uns vor den Rundweg über das Castelet auf 1051  Meter zu machen. Das alte Kastell sieht man schon vom Dorf aus in nördlicher Richtung. Oben angelangt geht die Sicht  weit nach Norden und mitten drin der Stausee von Guadelest. Hier in dieser bergigen Gegend entspringt der Jalon de Gorgos. Wir überqueren den Fluss und treffen schon bald in einer grösseren Siedlung ein. Hier können Kinder jeweils ihre Ferien verbringen. Was man auf dieser Wanderung an Fauna und Flora antreffen kann ist übrigens erste Sahne. Aber sehen sie selbst!

 

 

Ab nach Spanien

Am 12. April 2008 ist es so weit.Das Haus ist geräumt. Vieles Überflüssiges entsorgt. Der gekaufte Bus beladen. Wird er den Strapazen gewachsen sein? Die Waage schockiert mich im ersten Moment – 3600 kg. Die beiden Passagiere bringen auch nochmals 200kg Gewicht. Augen zu und durch.Wir geniessen das offene Europa, und tuckern Richtung Genf. Der Grenzübertritt so einfach wie zu Fusse(auch wenn ich die vorgeschriebene Inventarliste dabei gehabt hätte). Der Oldtimer, ein alter Renault Master, stöhnt und ächzt, er schnurrt, aber auch er scheint nur ein Ziel zu haben. Die Costa Blanca .Auch wenn das Gefährt die 100 km/h zu überschreiten vermag, nehmen die Geräusche im Fahrzeug beängstigend zu. Wir einigen uns schnell einmal auf eine Reisegeschwindigkeit von gut 90 Stundenkilometer. Auch so erreichen wir gegen Abend die spanische Grenze.Auch hier wurden keine Anstalten gemacht, das Fahrzeug zu kontrollieren. Wir sind überglücklich im Land unserer Träume angelangt. Noch ein paar Kilometer und wir übernachten in der Nähe von Figueres nach einem sehr leckeren Abendessen und einer guten Flasche Rotwein aus der Region.Die letzten 600 km nehmen wir am nächsten Morgen in Angriff. Hält die alte Karre auch diese letzte Strecke durch. Am späten Nachmittag des 13. April 2008 treffen wir in Moraira ein.

 

Der Irisgarten von Marnes

 
 
 
 

Der Irisgarten von Marnes

Naturgemäss lässt sich die Besichtigung nur von Anfang April bis Ende Mai machen. Bitte vorgängig die Seite www.iris-lomer.com besuchen. Die jetzigen Betreiber Christine Lomer und Nick Brown suchen nämlich altershalber dringend einen Nachfolger. Ansonsten ist die Blumenpracht ein Erlebnis sondergleichen.
 
Wir nehmen von Benissa die Strasse nach Jalón. Nachdem wir die Autobahn unterquert haben biegen wir links Richtung Bernia ab. Wir fahren hoch bis Pinos. Am Ende des Ortes kommt eine scharfe Linkskurve. Hier führt ein Strässchen hinauf nach Marnes. Von hier ist alles bestens ausgeschildert.
 
Wir bezahlen den Eintritt aktuell 5 Euro (Kinder sind gratis), und geniessen die einmalige Blumenpracht. Natürlich können hier auch Iris gekauft werden.
 
Das Ganze sollte man unbedingt mit einem feinen Essen in Pinos oder oben auf der Bernia verbinden.
 
 

Der Irisgarten von Marnes

 
 

Der Irisgarten von Marnes

Naturgemäss lässt sich die Besichtigung nur von Anfang April bis Ende Mai machen. Bitte vorgängig die Seite www.iris-lomer.com besuchen. Die jetzigen Betreiber Christine Lomer und Nick Brown suchen nämlich altershalber dringend einen Nachfolger.
 
Ansonsten ist die Blumenpracht ein Erlebnis sondergleichen.
Wir nehmen von Benissa die Strasse nach Jalón. Nachdem wir die Autobahn unterquert haben biegen wir links Richtung Bernia ab. Wir fahren hoch bis Pinos. Am Ende des Ortes kommt eine scharfe Linkskurve. Hier führt ein Strässchen hinauf nach Marnes.
 
Von hier ist alles bestens ausgeschildert.
 
Wir bezahlen den Eintritt aktuell 5 Euro (Kinder sind gratis), und geniessen die einmalige Blumenpracht. Natürlich können hier auch Iris gekauft werden.
 
Das Ganze sollte man unbedingt mit einem feinen Essen in Pinos oder oben auf der Bernia verbinden.