Ein wahrer Freund

Gedanken zu meinem alten Freund

Die Heimreise genoss ich bei leichter Bewölkung und einer angenehmen Temperatur von 15 Grad. Mein erster Gang war wie versprochen der Besuch bei Hugo im Pflegeheim Teulada. Auch heute genoss ich seinen charmanten Blick. Er sass in einem Sessel und döste vor sich hin.

Er, der früher nie ein gutes Glas Wein verschmähte hat sich völlig davon losgesagt. Der Kaffee dem ich ihm besorgte, bedeutet ihm nun das grosse Glück. Er genoss jeden Schluck. Seine grosse Zufriedenheit war für mich wie immer ein grosses Erlebnis. Er ist zwar sehr dement, aber definitiv noch ein harmloser Patient, auch für das Pflegepersonal welches ihn wirklich sehr gut mag. Aber wer mag schon Hugo nicht?

Hier sind jedenfalls Fälle zu sehen, welche um einiges schwieriger sind. Da wird gekreischt, auf die Armlehne der Rollstühle geschlagen, nach dem Personal geschrien, oder ganz einfach an der abgeschlossenen Türe gesessen und nach dem Ehemann gerufen.

Wie einfach ist da Hugo. Er sitzt in seinem Stuhl und wartet glücklich auf den Tag, an dem er seine Augen für immer schliessen kann. Auch so können religiöse Menschen wirken. Ich werde ihn schon bald wieder besuchen. Zu oft verlasse ich ihn, und bin selbst einiges glücklicher, als bei meiner Ankunft.

Dafür bin ich dir auf ewig dankbar mein alter Freund.

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