Die Hochebene Les Planisse (Jalon)

Über die Hochebene Les Planisses (Jalón)

Publiziert am 2. Dezember 2012 von Kudi

Sonntag 2. Dezember 2012

Während gestern noch massive Regenfälle über das Jalóntal niedergingen, war heute Morgen strahlender Sonnenschein. Langsam scheinen die Bauern genug Niederschläge für den Winter erhalten zu haben. Ein solches Wetter muss natürlich benutzt werden. Zwingend gehört ein Thema an den Anfang des Berichtes. Der Wanderweg benötigte eine dringende Wartung. Der wirklich einmalig schön angelegte Weg ist teilweise massiv verwachsen. Aber wer soll dies finanzieren. Es bleibt zu hoffen, dass sich gute Geister zusammen schliessen und hier anpacken. Ohne lange Hosen ist das Ganze nur mit zerschunde nen Beinen zu machen. Die hatte ich in dieser Jahreszeit allerdings dabei. Auch würde ich mindestens für den Abstieg zwingend Trekking schuhe empfehlen. Mit Turnschuhen kann das ganze sonst ziemlich in die Knie fahren.

Die Wanderung würde ich aber zwingend als „Muss gemacht werden“ einstufen. Was in der Abgeschiedenheit hier alles erlebt werden kann, ist schon gross artig. Der Weg ist kräfte schonend angelegt. Auch im Hochsommer musste der Aufstieg schließlich bewerkstelligt werden. Davon zeugen die vielen Bauruinen einer früheren Epoche. Unglaublich, was die Menschen früher als Vorleistungen betrieben um dem Boden einen Ertrag abzugewinnen. Wenn man die ganzen Steinmauern betrachtet, welche den ganze Hang terrassiert haben kann man heute nur noch erahnen, wie viel Mühe das Ganze gemacht hat. Die Fantasie geht unweigerlich auf Reisen. Was wurde hier wohl angebaut?

Man denkt an die brach liegenden Kulturen in der Ebene. Bei solchen Vergleichen muss man den früheren Generationen eine grosse Hochachtung zollen. Allerdings gab es damals auch noch keinen Tourismus. Aus Häuser, Wege und Strassen wurden vermutlich nur für den Eigengebrauch gebaut. Auch Tiere für die Selbstversorgung sind gehalten worden. Dem Gelände angepasst, dürften dies allerdings nur Ziegen oder Schafe gewesen sein. Für den Transport kann man sich eigentlich nur Maultiere und Esel vorstellen. Da es mit Sicherheit noch keine Sozialsysteme gab, musste man zum Überleben erst einmal Nahrungsmittel produzieren. Daneben bestand ein kleiner Handel mit den angebauten Oliven und Mandeln. Dazwischen sieht man immer wieder Carruba Bäume und Sträucher. Diese wertvollen Kulturen wurden von den Muslimen auf die iberische Halbinsel gebracht. Sie diente Menschen und Tieren als Nahrungs- und Genussmittel. Diese Pflanze benötigte allerdings einen eigenen Artikel, weshalb ich an dieser Stelle auf einen umfangreichen Wikipedia Artikel hinweisen möchte:http://de.wikipedia.org/wiki/Johannisbrotbaum Kurz vor dem höchsten Punkt der Tour, bietet sich die Möglichkeit den felsigen Gipfel, den 6oo  Meter hohen Peñón Alt d’Ample zu besteigen. Hier kann ich Ihnen nur die Angaben von Ingrid Lechner weitergeben. Man braucht für die kleine Kletterpartie 30 Minuten.

Ich habe aus welchen Gründen auch immer schon für den Aufstieg eine halbe Stunde länger gebraucht.Gemütlich geht es nun über die Hochebene, vorbei an verfallenen Bauernhäusern. Auch hier hat die Natur die Brandspuren von vor ein paar Jahren reichlich kompensiert.

An diesem Brunnen müssen Sie vorbei kommen. Er führt auch jetzt noch Wasser. Es ist besser man hält immer wieder nach den Ruinen Ausschau. Teilweise stehen die Büsche mehr als mannshoch. Es ist wirklich alles stark verwachsen. Wobei man eigentlich den Weg nie aus den Augen verliert.

Hier war auf der Hochebene alles noch offen und gut passierbar. Schon nach 10 Minuten ab dem Brunnen trifft man auf den Wanderweg, welcher von Jalón hinauf zur Bernia führt.

Er sollte angeblich weiss/gelb markiert sein. Hier geht es rechts, und es ist auch übersicht-lich. Gesehen habe ich bis zur grossen Kreuzung mitten in den Olvenplantagen allerdings nur 2 Markierungen. Es ist das erste Mal, dass ich auf einem spanischen Wanderweg so viele verschiedene Markierungen gesehen habe. Rote und weisse Pfeile, blaue Punkte (oft),am Schluss dann doch noch die weiss/gelben Zeichen. Dazwischen standen noch etliche verrostete Hinweisschilder. Den erlebten Zustand möchte ich nicht kritisieren. Verschweigen hilft aber auch niemandem.

Nach 45 Minuten Abstieg durchquert man eine aktiv bewirtschaftete Olivenplantage. Der Weg wird nun befahrbar. Wir halten uns rechts und erreich nach 15 Minuten die CV 749.

Wir benutzen diese Strasse während 500 Metern. Kurz vor einer scharfen Linkskurve führt eine betonierte Strasse rechts in den Wald. Wir passieren 2 Wohnhäuser indem wir sie links liegen lassen. Durch Terrassen und bebaute Kulturen nähern wir uns dem Ausgangspunkt. Aber Achtung !!!  Wenn wir das Wäldchen verlassen, müssen wir uns noch durch eine frisch angelegte Anlage bemühen, (kurzer Anstieg) wir sind nämlich noch nicht im Camino Barranco und weiter unten gibt es keine Querwege. Dieser Umstand hat mir eine gute halbe Stunde Mehraufwand gekostet.

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