Donauschiffahrt

Von Burgdorf bis Passau

 

 

Früh, sehr früh hätten wir heute aufstehen müssen…. hätten!  Wir haben es vorgezogen am Vorabend nach Lyssach ins Hotel Lyssach zu reisen: Das war eine gute Idee, fuhr doch der Zubringer-Bus Burgdorf nach Baden Rütihof bereit um 6.30 Uhr von hier weg.

So blieb am Vorabend genügend Zeit das Car-Terminal von Twerenbold zu suchen. Wir erkundeten das Industriegebiet Lyssach und fanden ein echt originelles Restaurant im 4. Stock. Es nennt sich Zone 3, und hat sich spezialisiert auf Grill, Pizzas und Asiatisch. Hier kann jeder etwas finden. Wir waren allerdings etwas früh dran, weshalb wir uns mit einem Apero begnügten. Manchmal würde man besser sitzen bleiben und einen 2. Apero genehmigen. Wir hätten hier sicher gut gegessen.

Aber etwas steckt ziemlich stark in unseren Köpfen: Man isst wo man schläft. Auch wenn man von der Hauptstraße und der Autobahn berauscht wird, hatten wir dank sehr guten Fenstern  doch sehr gut geschlafen. Nach einem Kaffee machten wir uns früh genug auf den Weg nach Burgdorf. Das eigene Fahrzeug kann im geschlossenen Areal parkiert werden.

Ein junger flotter Chauffeur nahm uns alle auf und fuhr uns sehr gekonnt Richtung Baden Rütihof. Unterwegs nahmen wir noch 2 Personen mit auf der Raststätte Deitingen.

In Baden-Rütihof erreichen wir das grosse Car-Terminal von Twerenbold. Hier genehmigten wir uns Kaffee und Sandwich. Um punkt 8 Uhr fahren alle 8 anwesenden Cars an ihre Zieldestinationen ab.  Car 2 (wir) und 3 fahren via Flughafen Zürich und Wil (St. Gallen) an die Grenze zum nächsten Kaffee halt.

Rico, das ist während der ganzen Reise „unser“ Chauffeur. Er schwärmt auf der Weiterfahrt fortwährend von den herrlichen Spatzen (Spätzli). Dumm, wer das nicht sofort ins Wunschdenken aufgenommen hätte. So war es denn nicht verwunderlich, dass wir in 1 1/4 Stunden den herrlichen Gasthof am Ammersee zufrieden und wohlgenährt wieder verlassen konnten. Auch ein fantastischer gemischter Salat wurde gereicht. Es zahlt sich auf jeden Fall aus, dass alles vor reserviert war. Die Firma Twerenbold (also wir) wurden vom Geschäftsführer herzlich empfangen. Sogar beschriftete Twerenbold Tafeln wurden eingesetzt. Bravo Rico !!!

Bis wir München hinter uns gebracht haben ging es trotzt Umfahrung-Strasse 92 ziemlich zürcherisch weiter. Ab Flughafen Franz Josef marschierte es dann wieder flott weiter.

Am frühen Freitagabend erreichten wir dann Passau. Beeindruckend, wir mussten nicht einmal unser Gepäck aufs Boot bringen. Wir genehmigten den ersten Drink an Bord. Inzwischen wurde alles Gepäck wie von Geisterhand in die Kabinen verfrachtet. Später habe ich dann begriffen, dass solch ein Verladeprozess mit über 70-jährigen eine ziemlich holprige Angelegenheit gewesen wäre. Wir nahmen diese Dienstleistung allerdings dankbar entgegen.  

Unsere Reiseleiterin Sabine orientiert wie jeden Abend über den nächsten Tag. Gekonnt begleitete sie uns durch die ganze Reise und versorgte uns mit allerlei Informationen, ein nicht unwichtiger Aspekt. Der Bordmusiker Jan versetzte uns gekonnt in Ferienlaune. Ein herrliches Nachtessen beendete den ersten Tag. Auch die Auslese der Getränke war stets erste Sahne. Gilt übrigens auch für die Bar.

Passau bis Melk

 

 

 

Ohne gross etwas zu sehen sind wir die Nacht gefahren und trafen gegen Morgen in Melk ein. Unsere Cars sind schon gestern hier eingetroffen und erwarten uns schon auf dem Parkplatz. Auch hier sind überall die Hoch-Wasserstände am Gasthof eingetragen. Die schlimmste Flut war im Jahre 1501, damals wurde auch ein Großteil des Hinterlandes unter Wasser gesetzt.        Statistisch gibt es alle 4 Jahre massive Überschwemmungen der Donau. Der Pegel kann dann durchaus 10 bis 15 Meter über Normalstand ansteigen. Im Vergleich zum Rhein ist das erheblich.

Wir fahren über eine Stahlbrücke auf den riesigen Carparkplatz der Benediktinerabtei Melk. Obwohl der Oktober als Nebensaison gilt, herrscht hier ein ständiges Kommen und Gehen. Der gesamte Trakt des Klosters hat eine Ausdehnung von 320 m.

Heute leben im Stift noch 32 Mönche, einige davon sogar ausserhalb. Es ist beeindruckend was das Land Niederösterreich an ständigen Renovierungs- arbeiten leistet. Der Eintrittspreis pro Person liegt 2018 bei Euro 12.50. Gruppen zahlen auch noch Euro 12.–. Da kommt natürlich einiges zusammen. Der Eintritt ist auf jeden Fall gerechtfertigt. Es gäbe noch vieles zu schreiben über dieses grossartige Kulturgut.  Schön, dass man in der heutigen Zeit auf    https://de.wikipedia.org/wiki/Stift_Melk   

Bereits nach 3 Stunden erwarten uns die Busse zur Rückfahrt an die Donau. Einstieg aufs Boot um 11.45. Weil das Boot noch eingeklemmt ist muss der Kapitän noch eine Not runde einlegen. Dies führt dann immer wieder zu Stress-Situationen. Jedenfalls sollte zwingend mehr Reserven eingeplant werden, denn die Durchfahrt bei den Schleusen sind fix vergeben.

Wien

 

Es ist 12 Uhr. Um diese Zeit ist die Abfahrt nach Wien geplant. Hoffentlich sind wieder alle an Bord. Nach den Ausführungen von Sabine gestern Abend,  passieren teilweise die unglaublichsten Sachen. Eine Gruppe hat das letzte Mal sich entschieden vom Benediktinerstift Melk zum Schiff an der Donau zu laufen. Auch wenn ein solches Unternehmen in einer Stunde machbar wäre, so darf man sich dann nicht verlaufen. Man hat uns mehrmals darauf hingewiesen, dass die Abfahrt auch ohne alle Passagiere von statten geht. Man müsste in einem solchen Fall auf eigene Kosten zum nächsten Halt Reisen. Diese Drohung scheint zu wirken.

Heute Abend gegen 19 Uhr werden wir in Wien wieder an Land gehen. Die einten machen eine Stadtrundfahrt, die anderen (wir) wollen das Erlebnis des „Heurigen“ erleben. Bevor wir dort eintreffen arrangiert Sabine noch  noch eine Fahrt zu dem wohl schönsten Aussichtspunkt von Wien. Die ganze Stadt glitzert und leuchtet zu unseren Füssen.

Der Heurigen kann warten. Im nachhinein muss ich Sabine recht geben. Das organisierte Saufgelage beim Heurigen lässt sich in einer Stunde abarbeiten. Die nächsten warten dann schon beim Eingang und begehren Einlass. Ich kann mir gut vorstellen, das in einem kleinen Restaurant die Stimmung um einiges attraktiver wäre. Aber dort haben dann wiederum keine Gruppen Platz.

Hauptsache bleibt für mich: Es war ein Abend zum „staunen“.

Am nächsten Morgen besichtigen wir den Stephansdom. Man muss sich schon fragen, woher das Geld kam für solche Monumentalbauten. Hier gibt es doch einiges zu bestaunen. Der über 1000-seitige Triller von Ken Follet taucht da unwillkürlich wieder in meinem Gedächtnis auf. „Die Säulen der Erde“: Kirche, Macht, Geld und Sex erklären zwar vieles in der Theorie. Solche kirchlichen Bauten rufen dann halt trotzdem ein grosses ehrfürchtiges Staunen hervor. Das geht offensichtlich nicht nur mir so, anders sind die tausenden Touristen jeden Tag nicht zu erklären.

Jetzt werden wir noch einen drauf setzen: Wir vernetzen uns mit einem deutschen Ehepaar und buchen eine Kutschen fahrt für 45 Minuten. Das hat sich auf jeden Fall gelohnt. Der Kutscher war buchstäblich ein fahrendes Lexikon. Etwas das wir in allen Städten immer gerne machen, sofern ein Angebot da ist. Das er uns zum Abschluss noch auf den besten Italiener der Stadt aufmerksam macht, gehört ins gleiche Kapitel. Wir haben das Essen wirklich genossen. Wir schlendern zurück, gehen an Bord und verbringen noch etwas Zeit auf dem Sonnendeck. Der Rest ist Standart. Port Talk mit Sabine und Apero  mit Unterhaltung von Jan. Fast lautlos hat sich die Sonata um 17.45 Uhr in Richtung Budapest in Fahrt begeben.

Budapest

 

 

 

Am nächsten Morgen, exakt nach dem Frühstück sehen wir die ersten Gebäude von Budapest. Nicht zu übersehen von weitem die Duna-Arena. Hier wurde 1998 die 17. Europameisterschaft ausgetragen (Schwimmen).

Viele Bücken verbinden die beiden Stadtteile Buda und Pest. Die für mich schönste und älteste Brücke ist die Széchenyi Kettenbrücke. Sie wurde 1849 fertig gestellt, ist also bald 180 Jahre alt. Noch früher musste der Übergang der Donau mit Pontonbrücken bewerkstelligt werden. Der Grund war, dass man diese jeden Winter abbauen musste, weil die Donau ständig Eisbrocken mitführte . 

Wer Budapest besichtigt kommt nicht an der alten Markthalle vorbei. Daran ändert auch nicht der eingerichtete Aldi im Sous-Sol. Ganz offensichtlich deck sich heute noch die Bevölkerung hier ein. Hier findet man alles, sogar Entenleber für die Oberschicht. Ganze Poulets konnten wir auch nach langem Suchen nicht finden, dafür alle Einzelteile von ihnen inklusive Hühnerfüßen und abgeschlagene Entenköpfe. Dabei sind ungarische Poulets einer der Exportschlager nach Europa. Hier bemüht man sich mit den wenigen Forint über die Runden zu kommen. Für einen Euro gibt es übrigens 300 Forint.

Die Schere zwischen Armen (Rentnern) und Arbeitern und der Oberschicht scheint hier noch grösser als im Resten Europas. Allerdings geht es kontinuierlich nach oben, das ist der Hauptgrund dass Herr Orban in der Gunst der Bevölkerung ganz oben steht. Auch wenn vorerst nur in den Städten, die Investoren aus aller Welt sind nicht zu übersehen. Das Marriott Hotel sei nur stellvertretend erwähnt. Ein Prachtbau.

Schade, dass wir um 11.45 Uhr schon wieder auf dem Schiff sein mussten, aber das andere Ungarn wollte ich auch noch sehen.

Apajpuszta

 

 

Wer nicht wenigstens 1 x in einer Puszta-Region war, hat ein wesentliches Element Ungarns nicht gesehen. Die riesigen Steppen ziehen bis zu den Karpaten. Die Geschichte der ungarischen Tiefebene kann im Internet erforscht werden. Ungarn ist doppelt so gross wie die Schweiz, hat aber nur knapp 10 Millionen Einwohner.

Die berittenen Hirten geniessen in Ungarn ein grosses Ansehen. Der Stolz steht ihnen buchstäblich ins Gesicht geschrieben Die UNESCO hat grosse Teile der Puszta zum Weltkulturerbe erhoben. Man unterstützt die ärmliche Region ziemlich vernünftig. Vieles wird von Einwohnern mit eigenen Händen selbst erledigt. Dabei zeigt man ein grosses Improvisations – Talent. Die Bilder sollen dies so gut wie möglich dokumentieren.

Etwas das in jedem Fall ins Auge sticht, ist die grosse Sauberkeit die man überall antrifft. Dies gilt in der Gastronomie genau so wie für die sauberen Toiletten.

Der Staat hat die Schwachstellen die noch sind längst entdeckt. So will man gemeinsam mit dem stolzen Volk die Qualität des Weines verbessern. Die Salami, welche hier produziert wird ist schon lange Spitzenklasse. Ein Land zum bereisen und entdecken.

Fahrt nach Bratislava

 

 

 

Stadtbesichtigung Bratislava

 

Wir besichtigen die weitgehend autofreie Altstadt. Alles ist sauber. Man gibt sich Mühe, hat aber trotzdem entschieden weniger Touristen als Budapest. Vielleicht ist das ja auch nicht schlecht.

Wir entdecken einen selbst gebastelten Bus und fahren mit ihm auf das mächtige Schloss über der Stadt . Preis hin und zurück 10 Euro pro Person. Das ist ein vernünftiger Preis. Es kann ja nicht sein, dass der Steuerzahler die Touristen auch noch subventioniert wie bei uns.

Susi, deren beste Freundin in Bratislava geboren wurde war eigentlich eher ernüchtert. Aber Heimat bleibt eben Heimat, jedenfalls hat sie stets mit grosser Begeisterung von Bratislava gesprochen. Auch wenn diese Freundin nach ihrer Flucht das Land nicht mehr betreten durfte.

 

 

 

Dürnstein und Heimfahrt

Dürnstein hat eine bewegt Geschichte hinter sich. Hier wurde im 12. Jahrhundert angeblich Richard von Löwenherz, der König von England eingekerkert. Allerdings ist historisch nicht belegt, wo genau das geschehen ist. Im frühen Mittelalter gab es das Stift und der Ort Dürnstein noch nicht. Es existierten mindestens 2 Burgen. Man nimmt einfach an, dass dies in einer der Burgen war.

Sicher ist, Dürnstein wurde von den Ungarn 2 x besetzt, Auch die Schweden !!!  (nanu) besetzten die Burgen und sprengten sie 1645.

Sehenswert ist das ehemalige Kloster auf jeden Fall. Der blau-weisse Kirchturm ist zu einem Wahrzeichen in der Wachau geworden. Man darf es sagen: Erst das 20. Jahrhundert brachte  die neue Dampf-Schifffahrt sowie der Bau der Wachau Bahn und die Donau Uferstraßen den neuen Aufstieg, nachdem Dürnstein 1925 zum 2. Mal einer Feuersbrunst zum Opfer gefallen war 

Ich wage zu behaupten, dass noch nicht oft 4 Interessierte einen Guides mit Hochschulabschluss als Historiker zum Führer hatten. Wir haben das unglaubliche Wissen dieses Mannes bewundert. Er hat es genossen einmal nur mit 4 Personen unterwegs zu sein.

Um 12 Uhr legt die MS Sonata zum letzten Mal ab. Wir genossen noch einen Verwöhn tag an Bord. Die Busse sind bereits auf dem Weg nach Passau. Um 7.00 Uhr müssen unsere Koffer vor den Kabinen stehen. Während wir ein  letztes Frühstück geniessen, werden unsere Utensilien in die „richtigen“ Busse verladen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bozen, eine alte Bekannte

30 Jahre ist es her

Vor 30 Jahren machten wir in Jenesien den letzten Tageshalt auf unserer Weitwanderung auf dem E 5 von Konstanz nach Bozen, um ein Jahr später den Weg Richtung Verona, vorerst recht gemütlich mit der Seilbahn hinauf zum Bauernkohler fort zu setzen.

Von Bozen haben wir dannzumal nicht allzuviel gesehen. Das möchten wir nun gerne nachholen, den Bozen, am Zusammenfluss von Talfer und der Eisack ist mit Sicherheit eine sehenswertes Städtchen. Die Parkanlagen, und Museen und den prachtvollen Einkaufsstrassen.

Im Zentrum der Stadt befindet sich der Waltherplatz. Da sich darunter das grösste Parkhaus von Bozen befindet ist der prächtige Platz heute weitgehend autofrei. Von hier lässt sich in wenigen Fussminuten der Dom erreichen. Erst 1964 ist der Bischof der Diözese Brixen-Bozen hierher gezogen. Dies ist auch der Grund, dass die Kirche Maria Himmelfahrt eine Konkathedrale ist. Obwohl der Bischof hier residiert ist der eigentliche Dom immer noch in Brixen. Rein baulich ist der Dom in Brixen auch einiges imposanter. Allerdings ist heute die Landeshauptstadt von Südtirol halt doch Bozen.

Ab hier sind auch die herrlichen Lauben, welche ein wahres Einkaufs-paradies beherbergen mit wenigen Schritten erreichbar. Auch die bekannten Museen und Frischmärkte sind nur einen Katzensprung v0m Walterplatz entfernt.

Bozen ist nach der Begradigung der Eisack und Talfer heute auch ein Paradies für Wanderer und ihren vierbeinigen Freunden. in früheren Zeiten haben dies Gewässer jeweils ein ziemliches Ungemach angerichtet.

Wer sich tagsüber in dieser schönen Stadt aufhält fragt sich unwillkürlich, wo den all die Asylanten Italiens hingkommen sind. Einige von Ihnen kann man heute durchaus bei normalen Arbeiten beobachten. Des Nachts aber… da strömen sie aus allen Ecken der Stadt und beschäftigen sich, wie überall in Europa mit weniger ehrbarenen Berufen ……, immer auf einer gesunden Distanz zu den Sicherheitskräften. Das übliche Katz und Mausspiel, den überleben wollen sie alle.

 

Gardasee

Und wieder mal am Gardasee

Wer kennt ihn nicht, den Gardasee, das bevorzugte Reiseziel aller Germanen. Gibt es wirklich einen Deutschen, der noch nie an diesem wunderbaren See in Norditalien Ferien gemacht hätte?

Wir fahren erst einmal nach Kandersteg, wo wir schon einmal verladen. Die Luft im Tunnel nach Goppenstein ist dann ziemlich gewöhnungs-bedürftig. Ferien fängt vor allem einmal mit der Planung an. Hätten wir das seriös gemacht, hätten wir kaum diese Route gewählt. Erstens bestand in Brig kein direkter Anschluss nach Iselle. Auch wussten wir nicht,dass der Simplon praktisch das ganze Jahr offen ist. Wir warteten dann eine volle Stunde auf den Bahn verlad nach Iselle. Man muss und darf es sagen.Der Bahnverlad durch den Simplon ist schlicht eine Zumutung. Das Roll material und die Gerüche im Tunnel ebenfalls.

In Iselle verlassen wir die rollende Fahrstraße. Schon kurz nach dem Ausfahren landen wir auf einer 4-spurigen Autostraße ohne Pannenstreifen Signalisiert ist das Ganze mit Tempo 110 und 120. Da wir nun aber in Italien sind, kann es schon vorkommen, dass ein Polizeifahrzeug ohne Vorwarnung auf der rechten Spur steht und eine Kontrolle macht. Ich muss schon sagen: Sowas habe ich in ganz Europa noch nie erlebt. Wer die wilde Ueberholerei auf ital. Strassen kennt, kann vielleicht erahnen, wie dumm man in einer solchen Situation aus der Wäsche kuckt. 

Dies alles ist aber nur ein Vorgeschmack auf das was uns rings um Mailand erwarten wird: Stehender Verkehr. Diese Strecke nach Italien werden wir in Zukunft meiden. Ohne gewaltige Umwege wird das nicht möglich sein. Irgend wann ist man in Brescia. Hier rollt wenigstens der Verkehr, auch wenn Lkws teilweise alle 3 Spuren in Anspruch nehmen. Viel schneller als sie kann allerdings so wie so nicht gefahren werden. Das Ziel Bardolino erreichen wir bereits wieder in aufgeräumter Ferien-stimmung. Der Mensch vergisst bekanntlich schnell. Und im Hotel Maximilian in Bardolino waren wir auch mit Hund sehr fein aufgenommen. Erstklassiges Essen, top freundliches Personal, sehr saubere Zimmer. So hat man es gerne. Leider wird im Frühsommer 2016 ein Trakt des Hotels gerade saniert. Für Spätaufsteher  wegen dem Baulärm nicht gerade toll.

Aber dem glücklichen gehört die Welt und so fanden wir wenige 100 Meter ein „italienisches“ Lokal zum wohlfühlen. Vor allem unser Hund war vom ersten Moment an verliebt in Zak, den Hund des Hauses. Sie verbrachten viele Zeit miteinander. Da meine Partnerin perfekt italienisch spricht kann es nicht genug „Italienita“ geben. Die Kundschaft im Le Palafitte war echt bunt gemischt. Handwerker, Beamte, viele Pensionierte und sehr wenig Nordeuropäer. Fast alle allerdings Stammgäste, Hundehasser haben beim Chef allerdings keine Chance. Er kann es sich leisten, auf ein paar Essen zu verzichten, sollte sich jemand über seinen Hund beschweren. Dafür gibt es allerdings absolut keinen Grund, zu lange lebt er schon mit wohl erzogenen Hunden zusammen.

Das Ufer des Lago ist aufgefüllt und die Wege breit, so dass sich die vielen Fußgänger und Radfahrer mit einem bisschen guten Willen nicht in die Quere kommen. Überall gibt es kleine Beizchen direkt am See. Fast täglich ist irgend wo Markt. Wunderschön zu Erkunden ist das Städtchen Garda mit all den viel Beizen, wo man auch sehr schön draussen sitzen kann.

 

Ein wahrer Freund

Gedanken zu meinem alten Freund

Die Heimreise genoss ich bei leichter Bewölkung und einer angenehmen Temperatur von 15 Grad. Mein erster Gang war wie versprochen der Besuch bei Hugo im Pflegeheim Teulada. Auch heute genoss ich seinen charmanten Blick. Er sass in einem Sessel und döste vor sich hin.

Er, der früher nie ein gutes Glas Wein verschmähte hat sich völlig davon losgesagt. Der Kaffee dem ich ihm besorgte, bedeutet ihm nun das grosse Glück. Er genoss jeden Schluck. Seine grosse Zufriedenheit war für mich wie immer ein grosses Erlebnis. Er ist zwar sehr dement, aber definitiv noch ein harmloser Patient, auch für das Pflegepersonal welches ihn wirklich sehr gut mag. Aber wer mag schon Hugo nicht?

Hier sind jedenfalls Fälle zu sehen, welche um einiges schwieriger sind. Da wird gekreischt, auf die Armlehne der Rollstühle geschlagen, nach dem Personal geschrien, oder ganz einfach an der abgeschlossenen Türe gesessen und nach dem Ehemann gerufen.

Wie einfach ist da Hugo. Er sitzt in seinem Stuhl und wartet glücklich auf den Tag, an dem er seine Augen für immer schliessen kann. Auch so können religiöse Menschen wirken. Ich werde ihn schon bald wieder besuchen. Zu oft verlasse ich ihn, und bin selbst einiges glücklicher, als bei meiner Ankunft.

Dafür bin ich dir auf ewig dankbar mein alter Freund.

Von Reispflanzern und Viehtreibern

Beeindruckend, der spanische Umgang mit den Toten.

Man kommt nicht umhin. Diesen großartigen Cementerio (Friedhof) muss man einfach besichtigen. Die heutige Tour nimmt ihren Anfang auf dem Parkplatz des Friedhofs von Benissa. Hier findest du auf dem ganzen riesigen Gelände kaum ein Stäubchen. Sauberkeit wohin du schaust. Mit den Toten hat man in Spanien ein sehr großzügiges Verhalten. Sie werden in Gruften eingemauert und mit wertvollem hochglänzendem Granit-platten verschlossen. Daneben gibt es natürlich auch die gross artigen Familiengräber. Für seine liebsten verstorbenen Angehörigen scheinen Kosten gar keine Rolle zu spielen. Niemand getraut sich, seine Lieben unter Status zu verabschieden. Man muss es gesehen haben.

Ich beginne die Wanderung, die vorerst parallel zur Autobahn verläuft. Hier gibt es ein paar einsame Siedlungen. Alles macht einen recht ge-pflegten Eindruck. Hier wurden massive Erdbewegungen gemacht, als man die AP 7 baute. Zweimal unterquere ich die Autobahn. Man sieht hier noch deutlich, mit welch grosser Kelle angerichtet wurde.

Die doppel spurigen Röhren lassen nur einen Gedanken zu: Man dachte sogar in dieser abgelegenen Gegend daran, diese Einöde zu bebauen. Anders kann man die gross zügigen Bauten nicht erklären. Man hatte halt noch Visionen, vor allem so lange Brüssel das Ganze noch zahlte.

Ab und zu sehe ich Nester des Prozessions-Falters. Sie sehen im jetzigen Stadium so harmlos aus. In Ihnen wachsen allerdings bis zu 250 Raupen heran. Sie können einem Wirtsbaum arge Probleme bereiten, da die Kiefer eine Lieblingsnahrung der heranwachsenden Raupen sind. Haben sie sich vollgefressen und die nötige Grösse erreicht, machen sich die bis zu 5 cm langen behaarten Viecher in einer richtigen Prozession aus dem Staub um sich erneut zu verpuppen. Eine solche Kolonne kann bis zu mehreren Metern lang sein. Daher kommt auch der Name. Berühren sollte Mensch und Tier diese Raupen nicht. Es kann zu grossen dermatologischen Pro-blemen führen. Dann kann in der Regel nur noch der Arzt helfen.

http://de.Wikipedia.org/wiki/Prozessionsspinner

Kurze Zeit später führt der Wanderweg rechts weg. Zu Beginn durfte mein Herz frohlocken. Der Weg vorerst perfekt in Serpentinen angelegt. Und dann das. Ohne Uebergang führte eine sehr steile betonierte Piste den Hang hinauf. Das Ganze war sehr mühsam, wenn auch nicht lange. Oben auf der Höhe sieht man einen Wassertank. Dann ist das schlimmste überstanden.

Der Weg wird nun sehr angenehm und ist schattig. So richtig zum schlendern. In der Ferne sieht man schon eine riesige Finca-Ruine aus dem 19. Jahrhundert. Hier ist auch die erste grosse Weggabelung. Mit ein paar Schritten ist man unten am alten Brunnen. Das Wasser war für die Bauern, die ihr Vieh nach Denia zu treiben hatten über lebenswichtig, auch für die Tiere. Das ganze stammt noch aus der Mauren zeit. Für das Vieh hatte man richtige Tränken gemauert. Ich betrachte noch den 800 jährigen Mastixbaum, bevor ich wieder zum Wegkreuz zurück gehe.

Hier gibt es verschiedene Varianten. Ein Weg führt hinunter nach Gata de Gorgos, der zweite auf dem gleichen Weg zurück, was ich mit meinen schon jetzt schmerzenden Füssen auch am besten gemacht hätte. Ich hatte traumhafte Bergschuhe an, aber völlig ungeeignete Socken. Leider war mir das trotzdem zu banal. Der Weg führte nun hinauf auf den Alt dels Serillars. Am Anfang ein traumhafter Weg zum schlendern. Und dann ist es passiert. Verträumt wie ich war, legte ich meine Arme in die Trage schlingen am Rucksack. Ich betrachtete die blühenden Mandelbäume in dieser Höhe, und stolperte auch prompt über eine Wurzel, Wie so etwas ausgeht mit gefesselten Händen, mag sich der Leser selbst auszudenken. Das einzig Sinnvolle, dass ich noch tun konnte, war mich noch leicht ab zu drehen. Trotzdem, meine vorgehängte Kamera schlug voll in meinen Bauch. Die Luft war weg. Ich in einer völlig einsamen Gegend. Ich versuchte mich zu entspannen und wieder zu atmen. Alles an mir schien zu schmerzen. Ich blieb erst einmal auf dem Weg liegen. Die Wahrschein- lichkeit, dass hier in den nächsten Tagen jemand vorbei kommen würde, sehr gering.

Ich konnte es drehen wie ich wollte. Was ich nun auch unternehmen würde es blieben in jedem Fall noch 3 Stunden zu gehen. Mein Handy hat sich empfangsmässig verabschiedet. Also Augen zu und durch.Erst führt der Weg in angenehmer Steigung bergan. Dann kommst du zu einer markanten Weggabelung. Von nun an geht es zügig bergauf. Hier hätte ich vermutlich noch eine goldrichtige Entscheidung fällen können. Ein Weg führte nämlich halbrechts weg. In der Ferne sah man Häuser. Aber wollte ich wirklich ein Weichei sein? Heute wäre ich das wirklich besser gewesen. Allerdings waren solch „Abkürzungen“ auch schon fatal gewesen.

Ich schleppte mich buchstäblich hinauf. Auf dem Vermessungspunkt des Landes Valencia konnte ich erst ruhen und den gewaltigen Ausblick geniessen. Zum ersten Mal sah ich heute sogar die Insel Ibiza. Auch das Türmchen von Portet war gut zu erkennen. Grins. Ich kann es nicht lassen in alten Erinnerungen zu schwelgen.

Erst ging es noch auf schottrigem Pfad abwärts. Das ganze kostete massiv Kraft. Die Knie schmerzten, die Füsse brannten. Vor den Augen zwei alte Fincas. Hinter der Zweiten soll es harmloser werden. Noch 3,9 Kilometer meint das Hinweisschild. Allerdings, der nun beginnende Weg vielfach betoniert. Aber nun gab es bald einmal bewohnte Häuser für den Notfall. Dies gab mir eine gewisse Sicherheit und beruhigte mich auch. Noch eine Stunde auf die Zähne beissen, dann wird auch dieses Abenteuer überstanden sein.

Nun noch zum Resümee dieses Tages. Solch Touren macht man nur, wenn man auch fit ist. Wichtiger scheint mir allerdings, dass man sie nicht alleine macht. Treffen diese zwei Bedingungen allerdings zu, lässt sich die Tour nur empfehlen. Das ein alter Hase aber noch mit lotterigen Socken in die guten Schuhe schlüpft, lässt sich nur mit Dummheit entschuldigen.

 

Die Hochebene Les Planisse (Jalon)

Über die Hochebene Les Planisses (Jalón)

Publiziert am 2. Dezember 2012 von Kudi

Sonntag 2. Dezember 2012

Während gestern noch massive Regenfälle über das Jalóntal niedergingen, war heute Morgen strahlender Sonnenschein. Langsam scheinen die Bauern genug Niederschläge für den Winter erhalten zu haben. Ein solches Wetter muss natürlich benutzt werden. Zwingend gehört ein Thema an den Anfang des Berichtes. Der Wanderweg benötigte eine dringende Wartung. Der wirklich einmalig schön angelegte Weg ist teilweise massiv verwachsen. Aber wer soll dies finanzieren. Es bleibt zu hoffen, dass sich gute Geister zusammen schliessen und hier anpacken. Ohne lange Hosen ist das Ganze nur mit zerschunde nen Beinen zu machen. Die hatte ich in dieser Jahreszeit allerdings dabei. Auch würde ich mindestens für den Abstieg zwingend Trekking schuhe empfehlen. Mit Turnschuhen kann das ganze sonst ziemlich in die Knie fahren.

Die Wanderung würde ich aber zwingend als „Muss gemacht werden“ einstufen. Was in der Abgeschiedenheit hier alles erlebt werden kann, ist schon gross artig. Der Weg ist kräfte schonend angelegt. Auch im Hochsommer musste der Aufstieg schließlich bewerkstelligt werden. Davon zeugen die vielen Bauruinen einer früheren Epoche. Unglaublich, was die Menschen früher als Vorleistungen betrieben um dem Boden einen Ertrag abzugewinnen. Wenn man die ganzen Steinmauern betrachtet, welche den ganze Hang terrassiert haben kann man heute nur noch erahnen, wie viel Mühe das Ganze gemacht hat. Die Fantasie geht unweigerlich auf Reisen. Was wurde hier wohl angebaut?

Man denkt an die brach liegenden Kulturen in der Ebene. Bei solchen Vergleichen muss man den früheren Generationen eine grosse Hochachtung zollen. Allerdings gab es damals auch noch keinen Tourismus. Aus Häuser, Wege und Strassen wurden vermutlich nur für den Eigengebrauch gebaut. Auch Tiere für die Selbstversorgung sind gehalten worden. Dem Gelände angepasst, dürften dies allerdings nur Ziegen oder Schafe gewesen sein. Für den Transport kann man sich eigentlich nur Maultiere und Esel vorstellen. Da es mit Sicherheit noch keine Sozialsysteme gab, musste man zum Überleben erst einmal Nahrungsmittel produzieren. Daneben bestand ein kleiner Handel mit den angebauten Oliven und Mandeln. Dazwischen sieht man immer wieder Carruba Bäume und Sträucher. Diese wertvollen Kulturen wurden von den Muslimen auf die iberische Halbinsel gebracht. Sie diente Menschen und Tieren als Nahrungs- und Genussmittel. Diese Pflanze benötigte allerdings einen eigenen Artikel, weshalb ich an dieser Stelle auf einen umfangreichen Wikipedia Artikel hinweisen möchte:http://de.wikipedia.org/wiki/Johannisbrotbaum Kurz vor dem höchsten Punkt der Tour, bietet sich die Möglichkeit den felsigen Gipfel, den 6oo  Meter hohen Peñón Alt d’Ample zu besteigen. Hier kann ich Ihnen nur die Angaben von Ingrid Lechner weitergeben. Man braucht für die kleine Kletterpartie 30 Minuten.

Ich habe aus welchen Gründen auch immer schon für den Aufstieg eine halbe Stunde länger gebraucht.Gemütlich geht es nun über die Hochebene, vorbei an verfallenen Bauernhäusern. Auch hier hat die Natur die Brandspuren von vor ein paar Jahren reichlich kompensiert.

An diesem Brunnen müssen Sie vorbei kommen. Er führt auch jetzt noch Wasser. Es ist besser man hält immer wieder nach den Ruinen Ausschau. Teilweise stehen die Büsche mehr als mannshoch. Es ist wirklich alles stark verwachsen. Wobei man eigentlich den Weg nie aus den Augen verliert.

Hier war auf der Hochebene alles noch offen und gut passierbar. Schon nach 10 Minuten ab dem Brunnen trifft man auf den Wanderweg, welcher von Jalón hinauf zur Bernia führt.

Er sollte angeblich weiss/gelb markiert sein. Hier geht es rechts, und es ist auch übersicht-lich. Gesehen habe ich bis zur grossen Kreuzung mitten in den Olvenplantagen allerdings nur 2 Markierungen. Es ist das erste Mal, dass ich auf einem spanischen Wanderweg so viele verschiedene Markierungen gesehen habe. Rote und weisse Pfeile, blaue Punkte (oft),am Schluss dann doch noch die weiss/gelben Zeichen. Dazwischen standen noch etliche verrostete Hinweisschilder. Den erlebten Zustand möchte ich nicht kritisieren. Verschweigen hilft aber auch niemandem.

Nach 45 Minuten Abstieg durchquert man eine aktiv bewirtschaftete Olivenplantage. Der Weg wird nun befahrbar. Wir halten uns rechts und erreich nach 15 Minuten die CV 749.

Wir benutzen diese Strasse während 500 Metern. Kurz vor einer scharfen Linkskurve führt eine betonierte Strasse rechts in den Wald. Wir passieren 2 Wohnhäuser indem wir sie links liegen lassen. Durch Terrassen und bebaute Kulturen nähern wir uns dem Ausgangspunkt. Aber Achtung !!!  Wenn wir das Wäldchen verlassen, müssen wir uns noch durch eine frisch angelegte Anlage bemühen, (kurzer Anstieg) wir sind nämlich noch nicht im Camino Barranco und weiter unten gibt es keine Querwege. Dieser Umstand hat mir eine gute halbe Stunde Mehraufwand gekostet.

Auf dem CRV 181

Rundwanderung auf dem CRV 181

Publiziert am 1. November 2012 von Kudi

Dieser Teil des CVR 181 ist nur ein Teil des 24 km langen Wanderweges. Mit dem Auto fahre ich zuerst auf der CV 750 bis Alcalali. Dort nehme ich die CV 720 via Parcent und Benigembla.

Beschreibung: Wanderschuhe sind kein Luxus, auch wenn die Wege meistens prblemlos sind. Man ist halt trotzdem in einer steinigen Gegend  – Dauer ohne staunen und gaffen 3 Std. Höhenmeter, was ich eigentlich bezweifle 180 m.

Vorerst nehme ich den CV 750 bis Alcalali. Dort wechsle ich auf die CV 720. Nach der  Durchfahrt von Benigembla geht es auf dem neu ausgebauten Teilstück Richtung Castell de Castells. Die Kilometersteine erleichtern die Orientierung. Nach dem 30 km Stein überquert eine Brücke den Jalón.

Jetzt heisst es aufpassen. Unmittelbar nach der Brücke zweigt ein Fahrweg rechts ab, um auf eine etwas originellere Art das Flussbett zu durchqueren. Zuerst nur leicht, später dann auch etwas steiler werdend führt ein meistens holpriges Strässchen bergauf. Nach etwa 3 km kommen wir zum Ausgangspunkt der heutigen Wanderung. Besser ist allerdings frühzeitiger zu parken. Die Strasse erreicht ein paar Häuser, macht eine scharfe Rechtskurve.

Unmittelbar nach her zeigt heute ein guter neuer Wegweiser „Font de la Mata“. Dieser Weg führt scharf links weg von der Fahrstraße. Nach einem kurzen sanften Anstieg stehe ich an der Quelle. Seit meinem letzten Besuch hat sich hier einiges verändert. Die Menschen welche weiter unten noch wild gebaut haben, versuchen ihre Häuser mit Wasser zu versorgen. Auch ein Stromkabel begleitet den Wanderweg auf der rechten Seite.

Es muss hier noch einmal gesagt werden. Der Weg ist neu und gut ausgeschildert. Dies hat mich später beim Abstieg nicht daran gehindert eine Abzweigung zu verpassen. Ich komme noch darauf zurück.

Traumhaft ist diese Wanderung sicher zur Zeit der Mandelblüte. Aber auch heute am 1. November gab es einiges zu sehen. Schon früh erblickt man einen grösseren Bauernhof, nur wenig unterhalb der Krete. Ob ich hier die offizielle Route begangen bin ist nicht gesichert. Jedenfalls den kurzen steilen Weg zum Hof nehmen ist immer gut. Auf diese Weise sieht man auch einen bescheidenen Unterstand. Der Weg führt sanft bergan. Dies gilt eigentlich bis zum Schluss des Aufstieges, wo wir einer kleinen Siedlung ausweichen müssen. Jetzt gilt es die Augen offen zu halten. Es geht buchstäblich durch die Büsche.

Wenig später steht man unten auf der Passhöhe. Collado de la Garga. Das Bergrestaurant hat vom Donnerstag bis Sonntag geöffnet. Die Küche scheint nicht schlecht zu sein, denn es zieht zur Mittagszeit viele Gäste hier hinauf. Auch „Gümmeler“ (Radfahrer) scheinen die Bergstraße gerne zu befahren. Aber auch für weniger geübte führt ab hier ein Teil des CVG 181 auf lockere Art hinauf auf das Caball Verd. Dieser geschichtsträchtige Ort, war der letzte Zufluchtsort der Morisken. Mehr dazu beschreibt die bekannte Reiseautorin Ingrid Lechner auf ihrer sehr empfehlenswerten Homepage www.wandern-spanien.eu.

Ab dem Restaurant geht man nur kanappe 100 Meter nach links. Hier ist auch der höchste Punkt der Passstraße. Nun zweigt er rechts durch einen „Baumtunnel“ von der Strasse ab. Für 10 Minuten nehmen wir den Weg der auch auf das Caball Verd führt. Schon bald kommen wir an einen neuen Wegweiser. Für uns geht es jetzt wieder abwärts. Schon bald erreichen wir eine Verzweigung. Mindestens für mich war hier nicht alles klar. Man hat nämlich ganz einfach vergessen ein altes Wegzeichen, welches noch bergab führt zu entfernen. Also bitte rechts gehen, leicht ansteigend.

Bald führt die Strasse wieder abwärts. Und dann wird es kritisch. Fasziniert von alten verfallenen Häusern folge ich zu lange diesem Weg. Falls sie diese nämlich erreichen haben sie die Abzweigung nach rechts schon verpasst.

Was dann aber folgt ist erste Sahne in Sachen spanischer Wanderweg Baukunst. Schöner und an heissen Tagen auch angenehmer kann man einen Weg nicht anlegen. Hätte mich mein bergmännischer Instinkt nicht aufgehalten, es hätte leicht auch eine 6-stündige Wanderung geben können. Querverbindungen gibt es weiter unten nämlich keine mehr.

 

Veröffentlicht unter Spanien (Costa Blanca) | Verschlagwortet mit Collado de la GargaFont de la MataIngrid Lechner| Hinterlasse einen Kommentar

Vira Sopra Ceneri

3 Tage im Tessin

Wir wohnten in Vira (Gambarogno) direkt am See. Das Hotel Garni hatte eine traumhafte Terrasse unter freiem Himmel, und war mit Hund absolut ideal. Er genoss es, dass er mehrmals täglich schwimmen konnte.

Am ersten Tag machte wir einen Tagesausflug nach dem bekannten Indemini, dem letzten Dorf auf Schweizer Boden oben in den Bergen. Auf dem Rückweg liessen wir uns im Fosanella kulinarisch verwöhnen. Dieses Lokal kannte ich von früheren Besuchen am Lago Maggiore.

Generell ist es immer das selbe. Hat es einem irgend wo gefallen, will man diesen Ort allen Freunden näher bringen. So fuhren wir nach Minusio, dann hinauf nach Brione. Von hier führt ein Strässchen erst nach Osten, um schon bald nach Norden immer aufwärts ins Val Resa. Am Ende des Fahrweges stehen 2 Grotti. Das obere von beiden ist das Al Grott, und hat mich schon des öfteren verköstigt. Die Speisekarte ist so gestaltet, dass man immer irgend welche Tessinerspezialitäten frisch aus der Pfanne vorfindet. Auch würziger Käse und Trockenwurstwaren erfreuen dein Herz. Den guten roten und weissen Merlot muss ich nicht speziell erwähnen, bei diesen Speisen erwartet man ihn schon. Bei schönem Wetter sitzt man draussen, bei Regen kann man sich ins heimelige Grotto zurück ziehen. Mit etwas Glück kannst du den witzigen Einheimischen zuhören. Manchmal sind es dann Leute aus der Deutschschweiz, die schon länger im Tessin wohnen.Ein Besuch wert ist auch die kleine Kapelle. Wer noch gut auf den Beinen ist, macht das Ganze zu Fuss, steigt von Orselina mindestens hinauf zur Cima della Trosa 1869 M.ü.M. , der Madone 2030 M.ü.M. oder dem P. di Corbella 2066 M.ü.M. Das Ganze lässt sich fast unbeschränkt erweitern. Zurück nimmt einem die Bahn nach Orselina, ab Cimeta oder Cardada mit. So lassen sich die grössten „Kniebrecher“ umgehen.

Am dritten Tag fahren wir ins Centovalli bis Verdasio. Dort unweit der Bahnstation führt eine Luftseilbahn hinauf zur Alpe Rasa. Nie habe ich im Tessin bessere Kaninchen mit Polenta gegessen. Entsprechend voll ist dann auch das Lokal. In früheren Jahren marschiert ich auch schon über den Monte Lima nach Brissag0 und fuhr mit dem Schiff zurück nach Ascona oder Locarno.

Heute fahren wir wieder nach Verdasio und weiter nach Re, wo wir die Basilika Madonna del Sangue besuchen. Ganz schön gross, hat doch das Dorf nur 772 Einwohner. Sehenswert ist der mächtige Sakralbau auf jeden Fall. Wir bleiben in Italien und fahren über Luino zurück nach Vira.

Gelebte Langsamkeit

Gelebte Langsamkeit

Publiziert am 18. Juni 2012 von Kudi

Ruhige Stunden in einer hektischen Zeit.

Ich bin mir bewusst, dass es über den Vierwaldstättersee viel Literatur zu lesen gibt. Es gibt aber einen einfachen Weg, um auf eine witzige und höchst informative Art sehr viel über diesen fantastischen See zu erfahren.

Die Naturforschende Gesellschaft Luzern  www.ngl.ch  vertreibt ein 148-seitiges Büchlein zum Preise von aktuell CHF 18.–.  Titel:  Vierwaldstättersee – eine Sehfahrt.  Ob Du ein alter Fan bist, oder dich erst einmal über diesen See informieren willst, du wirst begeistert sein. Hier schreiben Autoren über den See, die mit ihm aus dem einten oder anderen Grund eng verbunden sind.

Aus diesem Grunde beschränke ich mich bei diesem Beitrag auf einige Fotos zu dieser fantastischen Reise. Um die folgende Diaschau zu starten klicke auf das erste Bild um die erste Serie zu starten. So kannst du auch die Bildbeschreibung sehen.